Spieltagsberichte - 1. Herren in der Bezirksliga - Staffel B

29.01.2008 - 3. Herren - Erster Spieltag 2008, Betrachtungen einer

Letzten Samstag war endlich der erste Spieltag dieses Jahres. Warum endlich? Sieht selbst:

01.01.2008 00:01 - noch 26 Tage
London:
Es ist Silvester. Wir stehen in der Nähe des läutenden Big Ben. Ein grandioses Feuerwerk erhellt den Himmel. Ein fast romantischer Augenblick, bis die Worte "Hoffentlich steigen wir auf" die Nacht durchdringen und die Romantik mit einem lauten Knall in der Ewigkeit verfliegt. Er zückt das Handy und schreibt seinem Teamkameraden ungewünschte Neujahrsgrüße.

02.01.2008 - noch 24 Tage
Wir sind noch gar nicht im neuen Jahr angekommen, da verschwindet er auch schon zum Training. Leicht launig kommt er am Abend zurück. Nach weiteren launigen Tagen, erklärt er mir, dass sein Knie wieder weh tut. Das hält ihn natürlich nicht vom Training ab. Ich habe Glück, die Verletzung (wahrscheinlich nur eingebildet) war nur kurz. Der Jammer vorher umso länger.

11.01.2008 - noch 15 Tage
Freudig entzückt kommt er vom Training und schwärmt von den tollen Spielzügen, die er mit dem Zuspieler (Marcel - wahrhaftig?) beim Trainingspiel gemacht hat. Ich freue mich über das entspannte Lachen und tue so als wäre ich begeistert. Kurze Zeit später war er leider wieder launig wie ein 14-Jähriger in der Pubertät - war die je zu Ende? Nach einer Weile fand ich heraus, dass durch ein neurologisches Wunder seine Laune scheinbar direkt an den Rücken seiner Zuspieler und deren Fitnesszuständen gekoppelt ist. Da die lieben Spielkameraden auch genannt Zuspieler immer abwechselnd kaputte Rücken hatten, kann man sich wohl den Rest denken.

18.01.2008 - noch 8 Tage
Nun fängt er an, jeden Tag die Tage bis zum Spieltag zu zählen. Ich wundere mich nur, dass er nicht auf die Idee kommt, den etwas ungenutzen Weihnachtskalender zum Zählen zu missbrauchen. Trage mir in mein Muttiheft eine Notiz für die nächste Weihnachtszeit ein, einen Weihnachtskalender mit Volleybällen zu besorgen.

23.01.2008 - noch 3 Tage
Das Tage zählen wird nun immer schlimmer. Er versucht, wild Kollegen und Freunde an die Grenze zu Frankreich (Zehlendorf) zum Zuschauen zu überreden. Er schafft es natürlich nur bei mir und einem Kollegen. Der ist schon ähnlich hibbelig und hat sich über Weihnachten eine Rassel besorgt. Derweilen gibt es Spieler, die einsehen, dass es wichtigeres im Leben außer Volleyball gibt. Damit sie nicht belästigt werden, flüchten diese nach England. Denke kurz über ähnliche Optionen nach.

25.01.2008 - noch 1 Tag
Der Trainer ist aus der Versenkung aufgetaucht und alles scheint bereit zum Showdown. Am Abend kommt er nach dem Training auf einen Drink mit Freunden vorbei bzw. es ist ja wieder mal nur einer. Bis dahin war es lustig. Er zieht ein Gesicht als wäre gerade Michael Ballack vorm EM-Finale ausgefallen - wäre das wirklich ein Verlust? - und berichtet von Bernd, der sich in der letzten Sekunde den Fuß verknickt hat.
Dieser ist verheiratet und wohl schon in der Midlifecrisis, sonst kann man sich nicht erklären, warum er nicht mal 24h vor dem Spiel mit neuen Schuhen zum Training kommt. Normalerweise kauft man sich ein Motorrad und landet ordentlich im Krankenhaus - Robert bitte nicht ausprobieren -, weil man mit 180 km/h eine Spitzkehre nehmen will. Aber nein er knickt beim Abstoppen um, weil die neuen Reifen (Schuhe) zu viel Grip haben. Naja seine Frau wird ihm schon die Meinung gegeigt haben. [Anmerkung der Redaktion: HOFFENTLICH!]

26.01.2008 - Endlich Spieltag!
Er wacht auf und ist nicht gut drauf. Er zweifelt und schwankt zwischen tiefer Depression und Hoffnung, dass es SEINE JUNGS doch reißen werden. Inzwischen hat man eine andere arme Familie um ihren Vater beraubt, der die lichten Reihen schließen muss. Ich lasse ihn allein zum Schlachtfeld reiten und folge unauffällig etwas später. Begleitschutz habe ich mir auch besorgt - ich weiß ja nicht was mich erwartet. Komme in die Halle und alle sind ganz entspannt. Alles lacht, sie sind zu siebend und können sogar mit Libero spielen.

Nach dem ganzen Theater fegen sie die älteren Herren von den Öffentlichen Verkehrsbetrieben ohne jede Chance vom Feld 3:0. Dann bleiben sie ihrer Linie treu und machen es gegen den Tabellenletzten etwas spannend. Nach 7:15 Rückstand im letzten Satz können sie noch 25:22 und somit noch mal 3:0 gewinnen. Da hüpften und sprangen sie und wenn sie nicht verletzt sind, dann hüpfen sie noch heute.

Weiter so Jungs - bis in zwei Wochen.

Namens- und Ortsübereinstimmungen sind natürlich zufällig und nicht gewollt.

PS: Vielen Dank an:
- Lukasz und seine Familie
- Robert (das nächste Mal klappt es auch mit dem Kuchen), Rücken-Marcl, Autsch-Bieber + Frau und mir natürlich
- Besonderer Dank geht an die nette Familie Engelmeyer und ihre leckere und reichhaltige Bewirtung nach dem Spieltag. Danke Heinrich.

[Anmerkungen der Redaktion:
1. Wir, die 3. Herren, bedanken uns bei SANDRA für diesen äußerst humoristischen Bericht!
2. Das Foto da an der rechten Seite ist nur stellvertretend für die Übermittlung an die Onlineredaktion; vermute ich. ;o)
3. Wir freuen uns auf den nächsten Heimspieltag in der Leistikow und die dann hoffentlich zahlreich erscheinende Unterstützung - wir können euch gebrauchen!]

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